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Gas News

06.07.2012

Gaspreise: Einigung bei E.ON und Gazprom – Verbraucher profitieren nicht

 

Der größte Energieversorger Deutschlands hat sich nach langen Verhandlungen mit dem russischen Konzern Gazprom auf neue Gaslieferverträge geeinigt. Damit erhält E.ON nun günstigere Lieferkonditionen, die rückwirkend zum 4. Quartal 2010 in Kraft treten sollen. Damit wird das anhängige Verfahren beim Schiedsgericht hinfällig, bei dem der Streit um die Gaspreise geschlichtet werden sollte. Bei E.ON werden die neuen Verträge für einen Gewinnsprung sorgen, denn die Einsparungen durch die besseren Konditionen sollten sich allein für die erste Hälfte 2012 bereits auf rund eine Milliarde Euro belaufen. Die Verluste im Gashandel betrugen im vergangenen Jahr etwa 700 Millionen Euro. Grund dafür waren die Gaslieferverträge, die E.ON unter anderem mit Gazprom abgeschlossen hat. Diese Verträge haben sehr lange Laufzeiten und waren bislang an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Da aber viele andere Gasanbieter am deutschen Markt ihre Kunden zu niedrigeren Marktpreisen beliefern konnten, mussten große Gasimporteure wie E.ON Verluste hinnehmen, da sie ihre Kunden nicht verlieren wollten und somit die Gaspreise nicht entsprechend anheben konnten.

 

Kunden müssen dennoch mit Gaspreiserhöhung rechnen

Allerdings erwarten Verbraucherschützer keine direkten Verbesserungen für die Verbraucher, die sich aus den neuen Lieferkonditionen ergeben könnten. Nur der Gasanbieter E.ON selbst wird nach Ansicht von Holger Krawinkel (Verbraucherzentrale Bundesverband) von den sinkenden Kosten profitieren. Es sei ungewiss, ob die Endverbraucher etwas davon spüren würden. Entscheidend hierfür sei die Wettbewerbssituation am Gasmarkt, so Krawinkel weiter. Es sei möglich, dass die günstigeren Einkaufspreise bei E.ON den Wettbewerb unter den Gasanbietern anheizen könnten. Der Endkunde hat derzeit aber eher mit steigenden Tarifen zu rechnen. Während die Gaspreise in den vergangenen Jahren eher rückläufig waren, haben viele Energieversorger aktuell bereits Gaspreiserhöhungen angekündigt. Erst kürzlich hatte gerade E.ON die Kunden seiner fünf Regionaltöchter darüber informiert, dass die Preise für Gas zum 1. September durchschnittlich um sechs Prozent angehoben werden.

 

Auch andere Gasanbieter wollen weniger zahlen

Nicht nur E.ON bezieht sein Erdgas vom russischen Gazprom-Konzern. So hat auch der zweitgrößte deutsche Versorger RWE mit der Entwicklung der Gaspreise zu kämpfen und möchte gerne andere Lieferkonditionen aushandeln. Hier gibt es aber offenbar noch keine konkreten Ergebnisse. Wie das Unternehmen mitteilte, erwarte RWE eine wesentliche Entlastung ab dem kommenden Jahr. Über den eigentlichen Stand der Gespräche mit Gazprom gab die Sprecherin aber keine Auskunft. E.ON hingegen sieht nach Aussage seines Chefs Johannes Teyssen die langjährige Partnerschaft mit Gazprom durch die Einigung über neue Lieferverträge gefestigt. Die Ölpreisbindung sei nun nicht mehr so entscheidend für die Preisbildung wie früher. Der Gazprom-Chef für Exporte, Alexander Medwedjew, nannte die Vereinbarung mit dem deutschen Gasanbieter einen Kompromiss, der den Trends und Entwicklungen auf dem Gasmarkt Rechnung trage.

 

Ölpreisbindung treibt Gaspreise unnötig hoch

Die Ölpreisbindung ist in Fachkreisen hoch umstritten, weil es keinen technischen oder sonstigen zwingenden Grund dafür gibt, die Entwicklung der Gaspreise an die Schwankungen beim Öl anzugleichen. Seitdem der Ölpreis insgesamt durch die Decke gegangen ist, ist der Gaspreis nach Ansicht vieler Experten unverhältnismäßig gestiegen. Dass es auch anders geht, beweisen die zahlreichen Gasanbieter, die ihre Lieferkonditionen ohne Bindung an den Ölpreis vereinbart haben und somit die relativ günstigen Marktpreise halten konnten. Für die Endkunden ist wichtig, die Gaspreise zu vergleichen. Wenn der Versorger den Tarif anhebt, sollte ein Wechsel erwogen werden – hierfür besteht bei einer Gaspreiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Wichtig für Mieter: Auch wenn kein direkter Vertrag mit einem Gasversorger besteht, ist ein Wechsel über den Vermieter möglich. Weisen Sie den Hausbesitzer darauf hin, die Gaspreise regelmäßig zu vergleichen – er hat eine Verpflichtung, wirtschaftlich günstige Anbieter auszuwählen. Bei vielen Vermietern wird dies aber häufig vergessen, weil die Gaskosten als durchlaufender Posten nur für den Mieter eine Bedeutung haben. Die Einsparungen, die vor allem bei einem erstmaligen Wechsel möglich sind, können allerdings mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen.

 

 

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Gaspreisvergleich

Angesichts steigender Kosten für Gas ist es heute beim Bezug einer Wohnung oder auch beim Bau des Eigenheims wichtig zu fragen, wie hoch die Gaskosten sind. In diesem Bereich sind enorme Einsparpotentiale gegeben, die immer noch von viel zu wenigen Haushalten genutzt werden. Dabei ist es so einfach den Gasanbieter zu wechseln, denn wie beim Stromlieferanten kann der Verbraucher frei entscheiden, welches Unternehmen ihm das Gas liefern soll. Das Gaspreise immer weiter steigen ist darin begründet, dass Gas in den meisten Fällen aus Erdgas besteht. Erdgas entsteht bei der Erdölförderung als Nebenprodukt, weshalb der Gaspreis auch an den Mineralölpreis gekoppelt ist. Dieser verändert sich stetig, sodass sich auch der Gaspreis verändert. Hinzu kommt, dass Erdöl und Erdgas in der Regel über Pipelines aus dem Ausland zu den Gasversorgern transportiert wird. Hierfür fallen Kosten an, die sich u.a. aus Gebühren an fremde Länder ergeben. Auch diese Kosten wirken sich auf den Gaspreis aus.

Um herauszufinden, wie es um die Nebenkosten bestellt ist oder wie sich die Rentabilität einer neuen Heizungsanlage verhält, muss man den aktuellen Gasverbrauch kennen. Gleiches gilt auch für den Fall, dass in Erwägung gezogen wird, den Gasversorger zu wechseln. Durch das Wissen um den Gasverbrauch kann man die Preise der vielen verschiedenen Gasanbieter besser miteinander vergleichen. Es gibt unterschiedliche Methoden, mit denen man die Kosten ermitteln kann. Am einfachsten ist dabei ein Gasrechner, denn er sucht automatisch nach einem Gaslieferanten, der das beste Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

Damit eine solcher Vergleich durchgeführt werden kann, müssen einige wichtige Daten bereitgehalten werden. mehr anzeigen...

So sollte man den durchschnittlichen Verbrauch an Gas kennen, denn man errechnen kann oder einfach aus der letzten Abrechnung entnimmt. Daneben ist es wichtig, ob mit dem Gas nur die Heizung betrieben werden soll oder auch das Wasser erwärmt wird. Eine weitere wichtige Entscheidung, die beim Vergleich der Gaspreise Berücksichtigung finden muss, ist die Frage nach Ökogas. Wie im Bereich des Stroms schon seit Jahren bekannt, lässt sich auch Gas aus erneuerbaren Energien gewinnen. Viele Gasanbieter in Deutschland haben der besondere Ökotarife auch für Gas im Programm.

Bei einem Neubau ist die Berechnung nicht ganz so einfach, da hier schlichtweg die Erfahrungswerte fehlen. Dennoch ist eine Berechnung der Gaskosten möglich, wobei es hier gilt, wichtige Unterscheidungen zu machen. Diese beziehen sich vor allem auf die Wärmedämmung und die Raumhöhe. Hilfreich ist folgende Faustformel: bei Gas, welches nur zum Heizen genutzt wird, werden 14 kWh pro Quadratmeter veranschlagt, die dann mit den Quadratmetern des beheizbaren Wohnraums multipliziert werden. Soll mit dem Gas auch das Wasser erwärmt werden, erhöht sich der Wert auf 16 kWh pro Quadratmeter. Bei diesem Verfahren spielt es weiter keine Rolle, wie viele Personen im Haushalt leben werden. Aber Achtung: handelt es sich um ein Niedrigenergiehaus, sind andere Werte zur Berechnung heranzuziehen. Im Zweifelsfall ist es ratsam, einen Energieberater zu kontaktieren.

Ist die Berechnung und der Vergleich erst mal durchgeführt, ist es ein Leichtes den Gasanbieter zu wechseln. Ohne eine Unterbrechung der Gaszufuhr wird der Anbieter gewechselt - die Veränderung merkt man nur an einer geringeren Abrechnung.

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